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Unsere kleine Pfingstfeier im Kindergarten

Am letzten Tag vor Pfingsten kommen die Kinder ein wenig eher von draußen herein, denn es braucht heute etwas länger bis alles ordentlich weggeräumt ist, alle Hände besonders gut gewaschen sind und alle Kinder auf den Bänken im Waschraum sitzen - eben bis alles „festfein“ ist.
Das Silberglöckchen klingt - die Augen der Kinder sind erwartungsvoll auf die Tür gerichtet, die nun geöffnet wird. Nach jedem Klingeln des Glöckchens wird der Name des Kindes genannt, das nun in den Gruppenraum gehen und sich auf einen freien Stuhl setzen darf. Langsam und geordnet füllt sich der Stuhlkreis...
Alle schauen auf die Mitte: Vor dem Jahreszeitentisch steht heute ein runder Tisch, bedeckt mit einer weißen, gebügelten Tischdecke. In der Mitte befindet sich eine kleine brennende Kerze und der äußere Rand des Tisches ist mit frischen Birkenzweigen hübsch geschmückt.

Auf dem Jahreszeitentisch stehen in einer großen Vase ebenfalls Birkenzweige, die die Kinder am Morgen mit der Kindergärtnerin gepflückt haben und an die sie am Vormittag ein weißes Täubchen nach dem anderen gehängt hat. Schon da haben die Kinder gespannt zugeschaut, denn während der vergangenen Woche haben sie miterleben dürfen, wie Tag für Tag die Täubchen in ihren Händen entstanden sind. Vor der Vase stehen die vielen kleinen Kerzenständer, die die Kinder zu Beginn der Woche aus Ton selber hergestellt haben - mit jeweils einer weißen Kerze. Ein rundum schöner Anblick!

Wenn alle Kinder einen Platz gefunden haben, nimmt die Kindergärtnerin eine der Kerzen vom Jahreszeitentisch, zündet sie an dem kleinen Licht in der Mitte an und stellt sie – natürlich in ausreichendem Abstand - vor das jeweilige Kind auf den Tisch und sagt seinen Namen. So geht es weiter, ein Licht nach dem anderen - ein Name nach dem anderen... auch die Kinder und Erwachsenen, die heute krank oder verreist sind, bekommen eine Kerze und auch der Name wird genannt - denn alle gehören zu unserer Gemeinschaft.
Das Glöckchen klingelt, die Pfingstgeschichte beginnt...wir kennen sie schon, doch heute lauschen die Kinder ganz besonders. Nun ist es wirklich feierlich! Nachdem die Geschichte zu Ende ist, nimmt die Kindergärtnerin den Kerzenlöscher und löscht eine Kerze nach der anderen, genauso bedächtig und ruhig wie beim Anzünden, denn niemand hat es eilig. Sie nimmt dann einen Zweig nach dem anderen, an jedem hängt ein weißes Täubchen, gibt ihn den Kindern – schön der Reihe nach, damit keines verloren geht und singt dabei : „Ei, mein Vögelein, schwingst die Flügelein, bringst dem Kinde (der jeweilige Name) Sonnenschein, ei, mein Vögelein“.

Zum Schluß singen wir gemeinsam: Alle Vögel sind schon da...hui, da fliegen die Vögelchen... Manchmal schaut schon ein Elterngesicht durch die Tür - und verzeiht hoffentlich die kleine Verspätung. Ein Kind nach dem anderen verlässt nun den Gruppenraum und nimmt das Vögelchen und seine Kerze mit nach Hause.

Ein echtes Gemeinschaftserlebnis: jede(r) gehört dazu, ist Teil des Ganzen und ist gleichermaßen wichtig - erfüllt gehen wir nun nach Hause und dürfen die Kerze heute Abend bestimmt noch einmal anzünden - vielleicht fühlen wir noch einmal Gemeinschaft …