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Das Johannifest in unserem Kindergarten

Am 24. Juni ist Johanni. Entweder an diesem Tag oder an einem der darauffolgenden feiern wir das Johannifest - gemeinsam mit den Eltern.

Schon am Vormittag dreht sich alles darum, das Fest vorzubereiten: Wir suchen trockene Zweige, alte kaputte Holzklötze, kaputte Kisten u.v.m. und brechen alles in schmale, lange Stücke. Aus alten Steinen bereiten wir die Feuerstelle vor. Emsig suchen und helfen die Kinder voller Freude. Aus Baumstücken und Brettern werden Bänke „gebaut“, die Rasenfläche wird sauber geharkt und ein Tisch für das Essen wird aufgestellt.

So hinterlassen die Kinder - gut vorbereitet und voller Freude auf das Fest - am Mittag den Kindergarten um am selben  Abend, so gegen 17.00h, wiederzukommen - diesmal in Begleitung der Eltern und Geschwister. In Körben und Taschen wird Essen gebracht und auf den Tisch gestellt. Jede Familie bringt ihre eigenen Teller, eigenes Besteck und eigene Becher mit. Während geordnet und aufgebaut, dabei hier und da schon einmal genascht wird, kümmern sich die Väter mit den Kindern darum, das Feuerholz aufzuschichten - nicht irgendwie, oh nein – sondern so, dass alle Zweige und Holzstücke schön nach oben gerichtet, aneinander gestellt sind. Wenn alles gut vorbereitet ist, sammeln wir uns um den Feuerplatz - das Feuer ist noch nicht entzündet! - und die Eltern gehen mit ihren Kindern zum Tisch und nehmen sich etwas zu essen. Wenn alle gegessen und getrunken haben, werden die Essenssachen aufgeräumt und wir treffen uns anschl. zum Johannireigen, den heute auch die Eltern mitmachen dürfen. Das Treiben und Singen führt uns dann um den Feuerplatz und wenn alle einen Sitzplatz in genügendem Abstand gefunden haben, wird das Feuer entzündet:

Feuer, Feuer, Feurio! Brennt das Feuer lichterloh!

Durch das dünne, trockene Holz entsteht in Kürze ein hohes, knisterndes Feuer, das echt Eindruck macht. Eltern sind dicht bei den Kindern, denn nun ist Vorsicht geboten. Und nichts wird mehr ins Feuer geworfen! Doch so schnell das Feuer auch entfacht war, so schnell wird es auch heruntergebrannt sein. Jetzt sind die Mutigen dran, die sich mit dem Sprung übers Feuer erneuern wollen. Die Jungen feuern ihre Väter an und schon versucht es einer:

„Ich spring über`s Feuer und werde ein Neuer!“ begleiten die anderen ihn rufend.

Und da traut sich noch einer.... und dann vielleicht auch eine Mutter... die Kinder sind Feuer und Flamme - im wahrsten Sinne des Wortes. Und nun das unscheinbare, zustimmende Nicken der Kindergärtnerin und einer der großen Jungs wird ermutigt auch zu springen - natürlich an den Händen von zwei starken Vätern. Hui und hoch geht`s - alles ist gut gegangen. Nun wollen die nächsten und es braucht viele starke Arme, damit nun auch noch die letzten über das Feuer springen können. Zum Schluss, wenn das Feuer heruntergebrannt ist, singen wir gemeinsam das Lied von St.Johann, von der Sonne, von der Rose und dem Feuer. Dann sagen wir uns „Auf Wiedersehen“ und Eltern und Kinder dürfen mit einem ergreifenden Erlebnis im Herzen nach Hause gehen. Die MitarbeiterInnen warten bis alle fort sind, räumen die letzten Sachen weg und sinnen vielleicht noch ein wenig nach...

Welch ein einfaches, doch erfüllendes Fest!

Ich erinnere mich an einen Spruch, der an einer kleinen Kirche auf  Hiddensee angeschlagen war:

„Es sind die einfachsten Dinge im Leben, von denen wir am meisten zehren.“

Wohl wahr!